Ein großer Wunsch vieler Familien soll Wirklichkeit werden. Dazu legt der Jugendbeauftragte Robert Holzmann Pläne vor, die weit darüber hinaus gehen.

Von  Markus Heinrich

Für das städtische Freibad Bad Wörishofen gibt es große Pläne. Das liegt vor allem am umtriebigen Jugendbeauftragten der Stadt, Robert Holzmann. Es liegt aber auch an Eltern, die sich für Verbesserungen in dem schön gelegenen Bad einsetzen. Hier kommt nun Einiges in Gang. Beim Familienforum etwa kam unter anderem der Wunsch nach einem Abenteuerspielplatz auf. Darüber haben wir im Oktober berichtet: Ein zweiter Eingang fürs Freibad? Immer wieder wird das Beispiel Türkheim genannt, wo es im Freibad einen großen und attraktiven Spielbereich gibt. In Bad Wörishofen ist der Spielbereich am Kleinkinderbecken dagegen überschaubar. Nun hatte Bürgermeister Paul Gruschka (FW) gute Nachrichten. Die Stadt wolle nicht nur tätig werden, es gebe auch schon eine Person, die das Ganze bezahlen würde. Robert Strodl vom Ordnungsamt zeigte im Sozialausschuss des Stadtrates, wie das künftig aussehen könnte. Ein Piratenschiff soll installiert werden, nach dem Vorbild Illertissens. Es ist kein ganzes Schiff, nur Bug und Heck werden aufgebaut, in der Mitte soll ein Mast als Kletterturm stehen. Die Eltern hätten sich zudem gewünscht, dass drumherum Sand eingefüllt wird, damit die Kinder dort spielen können. Auch das ist vorgesehen. Mäzen Hans-Joachim Kania und seine Lebensgefährtin Marieluise Vorwerk wollen den Bau unterstützen, berichtete Bürgermeister Gruschka. Im Raum stehe eine Spende von 20000 Euro, genau sei das aber noch nicht festgelegt. Bei Kosten von etwa 30000 Euro plus Bauhofleistungen müsste die Stadt den Rest selbst bezahlen. „Wir wollen das bis zum Frühjahr fertig bekommen“, sagte Strodl. So könnte der Spielplatz zur neuen Badesaison bereits genutzt werden.

Familienreferentin lobt die tolle Idee, übt aber Kritik am Vorgehen der Bad Wörishofer Stadtverwaltung

Von einer „tollen Idee“ sprach Familienreferentin Marion Böhmer-Kistler (CSU). Sie wollte aber auch wissen, ob es bei dem Schiff bleibe, oder ob der Ausbau auch weitergehe. Robert Strodl sagte dazu, dass auch ein Trampolin im Gespräch sei. Man müsse nur festlegen, ob man alles zusammen bauen oder die Neuerungen aufteilen wolle. Er selbst sei dafür, die Verbesserungen zu verteilen, um auch im Folgejahr oder den Folgejahren etwas Neues bieten zu können. Böhmer-Kistler kritisierte, dass sie als zuständige Referentin nicht in die Planungen eingebunden worden sei. So wäre es überlegenswert, den Spielplatz mehr zu öffnen. Derzeit ist er von Hecken umgeben. Das sei eine Gestaltung „wie vor 30 Jahren“, sagte Böhmer-Kistler. Die Hecken würden zudem den Platz künstliche einengen. Gruschka reagierte mit Unverständnis auf die Kritik. „Sie haben doch mit Herrn Madsack  (Ordnungsamtsleiter; Anm. d. Redaktion) gesprochen; warum beklagen Sie sich, es habe kein Austausch stattgefunden?“ Mit dem Piratenschiff konnte Strodl auch bei den Grünen punkten. „Es macht Sinn, das zu erneuern und attraktiver zu machen“, sagte Fraktionssprecherin Doris Hofer zum Spielplatz im Bad. Von einer „tollen Sache“ sprach Sozialreferentin Ilse Erhard (CSU). Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, die Pläne umzusetzen. Dieser muss darüber noch entscheiden.

Bad Wörishofen Jugendbeauftragter spricht von einer Herzensangelegenheit, die Wirklichkeit werden soll

Wesentlich weiter geht die Idee von Robert Holzmann. Er hat gemeinsam mit dem Bürgermeister die Umweltstation in Legau besichtigt. Der Grund: Holzmann will seit Langem im Freibad etwas Einmaliges schaffen. „Ich bin heute etwas aufgeregt, denn das ist wirklich meine Herzensangelegenheit“, sagte er, als er die Pläne vorstellte. Holzmann will auf dem weitschweifigen Gelände des Freibads im Sonnenbüchl ein „Kinder- und Jugendferiendorf“ errichten. Seit 16 Jahren veranstaltet Holzmann für den Kreisjugendring bereits Pfingstzeltlager für Jugendliche in dem Bad. Der Erfolg gibt ihm Recht. Man habe immer um die 50 Kinder vor Ort. Nun schwebt Holzmann eine Art Naturerlebnisstation vor. Es könnte „grüne Klassenzimmer“ geben, gemeinsam mit der Grund- und Mittelschule. In dem Feriendorf könnte man Weihnachts-, Oster- oder Kunsthandwerkermärkte veranstalten. Eine Vermietung an Vereine wäre denkbar. Es könnte Führungen vom Feriendorf aus in das Fleder-mausschutzgebiet geben. Bekanntlich lebt in Bad Wörishofen eine weithin bedeutende Kolonie von Bechstein-Fledermäusen, sehr selten und hoch geschützt. Auch „grüne Hochzeiten“ seien denkbar, sagte Holzmann. Ein solches Angebot gebe es auch in Legau. Trotzdem wäre das Feriendorf im Unterallgäu einmalig, betont Holzmann. „Denn in Legau gibt es kein Freibad.“ Dem Jugendbeauftragten schwebt auch ein Beobachtungsturm am Weiher des Freibads vor. Dort könnte man im Sommer die Fledermäuse beim Trinken und Jagen beobachten, sagt er. „Die Kinder finden das immer sehr beeindruckend.“ Über das nötige Geld wurde noch nicht gesprochen. Holzmann sagte allerdings, dass der Freistaat Bayern im nächsten Jahr ein Freibad-Sanierungsprogramm auflegen wolle. Womöglich könnten daraus Gelder akquiriert werden.

Die Bad Wörishofer Jugendlichen könnten einen Teil der Arbeiten selbst übernehmen, findet der Bürgermeister

Gruschka regte zudem an, dass doch den Jugendlichen selbst Arbeiten an den zu bauenden Hütten übertragen werden könnten. Auf diese Weise könnte man es „zu ihrem Projekt machen“, was ganz im Sinne von Holzmanns Philosophie ist, die da lautet: „Übertrage Jugendlichen Verantwortung und du wirst selten enttäuscht.“ Im Feriendorf will Holzmann ein Versorgerhaus mit Küche und Aufenthaltsraum bauen. Dass die Sache gut ankommt, steht für ihn fest. In Legau etwa liege die Auslastung bei 80 Prozent. Eine gute Idee nannte der FW-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Hützler das Vorhaben. Zunächst sei aber eine gute Planung und ein Finanzierungskonzept unabdingbar. Dann könne er sich vorstellen, sich anstecken zu lassen. Grünen-Fraktionssprecherin Doris Hofer bekannte dagegen: „Ich bin bereits angesteckt.“ Für Holzmann hatte sie großes Lob: „Super, dass Du da so beharrlich dran bleibst.“ Das Projekt sei „bodenständig und für unsere Jugendlichen“, zudem eine Bereicherung fürs Freibad. Bürgermeister Gruschka sagte, man werde „dran bleiben“ und zusehen, dass man Konkreteres beitragen könne. „Ich nehme heute mit, dass der Sozialausschuss das begrüßt“, sagte Gruschka sichtlich erfreut.

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